Fondssparpläne der Riester-Rente

Fondsparplan der Riester-RenteDie Riester-Rente, bei der Sparer für die private Altersvorsorge einen staatlichen Zuschuss erhalten, kann in Form einer klassischen Rentenversicherung, als Wohn-Riester oder auch als fondsgebundene Rente beziehungsweise Fondssparplan angespart und ausgezahlt werden.Das letztgenannte Modell der Fonds weist einen großen Charme auf: Die Fonds sollen am Markt eine überdurchschnittliche Performance erwirtschaften, dennoch begrenzt sich das Risiko der Anleger auf ihre Einzahlungen plus garantiertem Zins (2012: 1,75% p.a.). Denn diese müssen sie zurückerhalten, das ist bei der Riester-Rente gesetzlich vorgeschrieben.

Die Funktionsweise der Riester-Fonds

Grundsätzlich erhalten Förderberechtigte einer Riester-Rente (alle gesetzlich Rentenversicherten) einen Zuschuss von jährlich 154 Euro pro erwachsenem Riester-Sparer und 300 oder 185 Euro für jedes Kind je nach Geburtsdatum nach oder vor dem 01.01.2008. Auch eine steuerliche Förderung ist möglich, denn bis 2.100 Euro der Einzahlungen können geltend gemacht werden und mindern die Steuerlast, wenn dieser Vorteil größer ausfällt als die Zulagen. Das stellt das Finanzamt per Günstigerprüfung fest. Beim Riester-Fondsparen fließen nun die Förderung und die Eigenbeiträge der Sparer – mindestens 60 Euro jährlich – in einen Fonds, der auf unterschiedlichste Weise aufgebaut sein kann. Grundsätzlich kann die fondsgebundene Riester-Rente eine fondsgebundene Rentenversicherung oder ein Fondssparplan sein. Die fondsgebundene Rentenversicherung zahlt nach ihrer Umwandlung in eine klassische Rente zu Beginn des Rentenalters – der Versicherer legt hierzu die Gelder festverzinslich an – eine lebenslange Rente. Diese kann, muss aber nicht steigen.

Beim Fondssparplan wird auch ein Teil des angesparten Guthabens mit Rentenbeginn fest angelegt, aber in einer Rentenversicherung mit Rentenbeginn ab dem 85. Lebensjahr. Der Rest des Geldes wird bis zu diesem Zeitpunkt als Rente entnommen. Die Rentenzahlung ist auf diese Weise lebenslänglich abgesichert, die Rentenhöhe hingegen nicht. Es kann übrigens von der Fondsrente in einen Fondssparplan gewechselt werden, aber nicht umgekehrt.

Wie gut ist Riester Fondssparen?

Die Stiftung Warentest hat sich natürlich des Themas angenommen und rät grundsätzlich zum Fondssparen bei Riester-Produkten, denn zu verlieren hat der Anleger nichts. Er muss seine Einzahlungen plus Garantiezins erhalten, was bei der klassischen Rente auch nur versprochen werden kann. Gut gemanagte Fonds bergen aber hohe Potenziale, vor allem in Zeiten magerer Zinsen. Der Hintergrund ist eigentlich weniger finanztechnischer und mehr juristischer Natur, denn die Versicherungsgesellschaften – also auch die Anbieter einer klassischen Riester-Rente – sind bislang durch Anlagevorschriften dazu gezwungen, einen großen Teil der Kundengelder in Staatsanleihen von Staaten mit höchster Bonität anzulegen, also unter anderem Bundesanleihen der Bundesrepublik Deutschland. Diese bilden mit zehnjähriger Laufzeit auch den Referenz-Zinssatz für Kapitalanlagen wie eine Lebens- oder Rentenversicherung ab, für die der Gesetzgeber nach der Referenz der Bundesanleihen den Garantiezins von gegenwärtig 1,75 Prozent festschreibt. Nun rentieren zehnjährige Bundesanleihen gegenwärtig unter 1,5 Prozent, entsprechend schwer haben es die Versicherer, hohe Renditen zu erwirtschaften. Fonds hingegen sind in ihrer Anlageentscheidung viel ungebundener und können ein gut aufgestelltes Depot entwerfen, mit dem wesentlich höhere Renditen möglich sind. Allerdings müssen auch sie die Garantie von 1,75 Prozent einhalten können – sonst erhalten sie kein Zertifikat für den Vertrieb der Riester-Rente.

Das Riester-Fondssparen im Test

Stiftung Warentest hat die Sicherheitsmechanismen der Fonds unter die Lupe genommen und stellt fest, dass deren Strategie durchaus aufgeht. Auch sie schichten freilich in sichere Rentenpapiere um, wenn der Aktienmarkt rückwärts statt vorwärts läuft, doch die Performance kann sich insgesamt sehen lassen. Einige der Anbieter, die je nach Marktchancen in Aktien- und Rentenfonds anlegt, bieten bislang die höchsten Renditechancen, die mit Riester im Vergleich sämtlicher Produkte möglich sind. Dabei unterscheiden sich die Strategien der Gesellschaften, teilweise wird Geld aus Aktien erst nach einem Kursrutsch umgeschichtet, teilweise wird tagesgenau berechnet, ob die Rentengarantie in Gefahr sein könnte. Auch ein Anteil an der Aktienquote je nach Alter des Riester-Sparers ist möglich: Ist dieser jünger, werden mehr Aktienanteile gehalten. Auf diese Weise soll von einer überdurchschnittlichen Performance des Marktes auf lange Sicht profitiert werden.